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Wissenschaft

Zwölf Stunden Wachdienst: Ein Blick in die Psyche eines Sicherheitsmannes

Ein Thüringer Sicherheitsmann erzählt von seinen Erfahrungen im 12-Stunden-Wachdienst. Welche Auswirkungen hat diese Arbeit auf die Psyche?

Tobias Knapp17. August 20263 Min. Lesezeit

In der Dunkelheit einer kalten Novembernacht macht sich ein Sicherheitsmann aus Thüringen auf den Weg zu seinem Einsatz. Zwölf Stunden Wachdienst stehen ihm bevor. Während andere Menschen schlafen, ist es seine Aufgabe, die Sicherheit eines Areals zu gewährleisten. Was steckt hinter diesem Job, und welche psychischen Belastungen bringt er mit sich?

Die ersten Stunden verlaufen ruhig. Das Licht der Straßenlaternen reflektiert sich auf dem nassen Asphalt, und der Sicherheitsmann scannt die Umgebung. Die monotonen Geräusche der Nacht – das gelegentliche Rauschen eines vorbeifahrenden Autos oder das Zwitschern einer Eule – scheinen fast beruhigend zu wirken. Doch schon bald stellt sich die Frage: Wie lange kann man in einer solch strukturierten Einsamkeit bestehen?

Der Druck des Wachens

Nach einigen Stunden beginnt die Müdigkeit zu kriechen. Der Sicherheitsmann erzählt von der ständigen Anspannung und der Wachsamkeit, die er aufrechterhalten muss. Hat er alles im Blick? Was passiert, wenn jemand, den er bewachen soll, in Gefahr gerät? Solche Gedanken nagen an der Psyche. Die Gefahr ist oft nicht greifbar, doch der Druck, vorbereitet zu sein, wird größer.

Die Nacht zieht sich in die Länge, und mit ihr auch die Fragen, die in seinem Kopf kreisen. Was wäre, wenn etwas Schlimmes passiert? Wie reagiert er dann? An dieser Stelle könnte man fragen: Welche Mechanismen kommen zum Tragen, um mit solch einem psychischen Stress umzugehen? Gibt es Strategien, die helfen, den Geist auch in den stillsten Stunden wachzuhalten und klar zu halten?

Er berichtet von Gesprächen mit Kollegen über die Herausforderungen im Job. Die meisten von ihnen haben ähnliche Erfahrungen gemacht, aber in der Gesellschaft wird häufig nicht über diese psychischen Belastungen gesprochen. Ist es Scham? Oder die Angst, als schwach wahrgenommen zu werden? So viele Fragen bleiben ohne Antwort.

Die letzte Wachstunde bricht an, und die Gedanken werden wirrer. Es gibt Momente, in denen die Stille fast erdrückend wirkt, und die Gedanken zurückschweifen in den Alltag. Er denkt an seine Familie, aber auch an die Herausforderungen, die mit dieser Arbeit verbunden sind. Gibt es ein Leben außerhalb dieses Wachdienstes? Ein Leben, das nicht von der ständigen Anspannung geprägt ist?

Die Psychologie hinter einem solchen Job ist komplex. Die Forschung zeigt, dass Langzeitstress in Berufen mit hoher Verantwortung zu gravierenden psychischen Erkrankungen führen kann. Ein Sicherheitsmann ist nicht nur ein Beobachter; er ist ein potenzieller Ersthelfer, ein Krisenintervenierer. Hat man zu oft die Verantwortung für andere Leben, leidet irgendwann die eigene Psyche.

Ein weiterer Punkt, der oft ausgeklammert wird, ist das Fehlen einer ausreichenden psychologischen Unterstützung. Es gibt zwar Schulungen, die auf den Umgang mit Stress abzielen, aber werden diese tatsächlich ausreichend in den Alltag integriert? Wie viele Sicherheitskräfte sind tatsächlich auf die psychischen Belastungen vorbereitet, die diese Einsätze mit sich bringen?

In der letzten Stunde bereitete er sich auf das Ende seines Dienstes vor. Ein Blick auf die Uhr und er wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde. Doch an diesem Punkt der Nacht war er sich nicht sicher, ob er sich wirklich auf seine Freizeit freuen sollte oder ob er einfach nur erschöpft war. Wie geht man mit der Entspannung um, wenn man so lange angespannt war?

Was bedeutet es also, durch die Nacht zu arbeiten, wenn man die ständigen Auswirkungen auf die Psyche berücksichtigt? Vielleicht sollte die Gesellschaft beginnen, diese Menschen besser zu unterstützen. So viele von ihnen sind wie der Sicherheitsmann: bemüht, im Verborgenen ihre Arbeit zu tun und gleichzeitig die eigenen psychischen Grenzen im Auge zu behalten. Ist es nicht an der Zeit, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Denn es sind nicht nur die physischen Herausforderungen, die ihre Spuren hinterlassen; die Psyche leidet stark.

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